Moskau am Abend des 10.10.2015
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"Ich könnte noch 5 Tage Instruktionen geben"

Das erste Bundesseminar für die Neue Matura in den Fächern Russisch, Kroatisch, Ungarisch, Slowenisch fand in Stockerau statt, es nahmen 33 Lehrer teil.


33 Lehrer aus AHS und BHS beteiligten sich am ersten Maturaseminar des laufenden Schuljahres. Es sind 4 Seminare zu den vier Fertigkeiten geplant, die für die kompetenzorientierte Reifeprüfung in Russisch, Kroatisch, Ungarisch, Slowenisch gelten. Tagungsort vom 21.-22.10.2013 war das Cityhotel Stockerau, das die entsprechende Zahl von Seminarräumen für die Gruppenarbeiten und Plena bieten konnte.

Mag. Annemarie Kammerhofer, selbst Englisch- und Französischprofessorin am BORG St. Pölten, ist ausgebildete Itemwriterin. Sie führte innerhalb von zwei Tagen in die Grundlagen von Mapping und Taskerstellung im Bereich Lesen (Mitschrift online abrufbar) ein. Obwohl allein für den AHS-Bereich Russisch etwa ein Dutzend Tasks erstellt wurden, warnte sie davor, diese Tasks als geeignet zu betrachten: "Selbst wenn man 10mal umgeschrieben hat, gibt es eine 11. Variante." Das Erstellen und Aufgaben (Tasks) für die Neue Reifeprüfung stellt sich als aufwändiger Prozess dar: Textfindung, Mapping (wesentliche, für Aufgaben geeignete Inhalte des Textes filtern), Zusammenführen der Mappingergebnisse, Erstellen von Aufgaben, Feedback einholen, Gegenlesen durch einen Muttersprachler, Testen mit Schülern. Letzteres konnte im Rahmen des Seminars nicht durchgeführt werden. Dann folgt eine weitere Umarbeitung, bevor etwaige Feldtestungen durchgeführt werden können. 

Mag. Kammerhofer gehört zu den Itemwritern, die seit Beginn die Maturareform mittrugen. Sie betonte, dass sie aufgrund der Kürze des Seminars nur die Grundlagen vermitteln konnte, es wäre noch eine weitere praktische Beratung nötig: "Ich könnte noch 5 Tage Instruktionen geben."

Da es sich bei der Matura um eine staatliche Prüfung handelt, unterschrieben die Lehrer eine Geheimhaltungsvereinbarung.

Das Seminar wurde von der Pädagogischen Hochschule Wien (Mag. Ursula Mauric) in Kooperation mit dem Verband der Russischlehrerinnen und Russischlehrer Österreichs veranstaltet und von Lehrern vorbereitet, die in Moskau und St. Petersburg Material sammelten: Zeitungsartikel, Werbeschriften, Zeitschriftenartikel etc.

Unterstützung erhielten die Russischlehrer durch das BMUKK (Mag. Ingrid Tanzmeister).

Testspezifikationen für Lesen wurden erarbeitet. Sie unterscheiden sich in den wesentlichen Teilen nicht von den Spezifikationen der standardisierten Sprachen.

Es ist ein wichtiger Durchbruch, dass das BMUKK acht Seminartage zur Ausbildung der Russischlehrer für die Neue Reifeprüfung im Schuljahr 2013/14 finanziert. Zu begrüßen wäre, wenn sich aus der Gruppe der Seminarteilnehmer Spezialisten für die Erstellung von Tasks herausbilden, die sich in regelmäßigen Abständen zur Textauswahl, zum Mapping und Feedbackgeben treffen könnten. Die Russischlehrer hoffen auf eine weitere Unterstützung durch das BMUKK.

Das Russische Kulturinstitut stellte freundlicherweise die Sprachkursleiterin Valentina Shevergina als muttersprachliche Unterstützung frei.

Der Seminarreihe waren mehrere Koordinierungsgespräche der Steuergruppe (Vertreter der Sprachlehrer aus AHS, BHS PH Wien) mit dem BMUKK und dem BIFIE im Schuljahr 2012/13 vorausgegangen.

Die Russischlehrer setzen sich aktiv für die Vorbereitung ihrer Schüler auf die Neue Reifeprüfung ein. Sie unternehmen dafür große Anstrengungen, da sie im Unterschied zu den Lehrern der standardisierten Sprachen alle Materialien selbst erstellen müssen, ohne dafür eigene Werteinheiten zu erhalten. Von Seiten der Schüler jedenfalls besteht großes Interesse am Russischunterricht. 




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