Moskau am Abend des 10.10.2015
Startseite » Neuigkeiten » 

50 Jahre für Russisch


Die Finalisten des Russischwettbewerbs

Begeisterte Russischlehrer vor der Dostoevskij-Ausstellung

Botschafter Ljubinskij und der Leiter des Russischen Hauses Ksenofontov

Der russische Schriftsteller Vodolazkin

Dank an Valentina Shevergina

Erich Poyntner über Russisch an österreichischen Schulen

P. Sebastian Hacker über die Motivation zum Russischunterricht

Am 30. September 1971 gründeten beherzte Russischlehrer den Verband der Russischlehrer Österreichs als staatlich registrierten Verein. Das Ziel war die "Förderung von Kenntnissen in der russischen Sprache, Förderung der Schulbildung, Förderung des interkulturellen Lernens und Verständnisses für die russische Kultur und Geschichte" (§2 der Vereinssatzungen). Wenn sich in den 50 Jahren seit der Gründung des VRÖ viel wandelte, so blieb das Ziel dasselbe: die Russische Sprache im österreichischen Schulsystem zu fördern

Es braucht die einladenden, fachlich kompetenten Russischlehrer, die den Schülern das Tor in eine für sie unbekannte Kultur öffnen. Wie sich an den Teilnehmern des Festaktes im Russischen Haus in Wien (Russischen Kulturinstitut) zeigte, spricht die Sprache Menschen jeder Generation an. 

Das Jubiläum (Geschichte des Russischunterrichts in Österreich) im Russischen Haus in Wien am 12.11.2021 war auch mit einer Siegerehrung verbunden: Mehrere Schüler erhielten ein Stipendium für russische Universitäten und Bücher, weil sie das Finale des österreichischen Russischwettbewerbs erreicht hatten. Nur ein Drittel der Finalisten konnte anreisen, z.T. wegen der Pandemie oder wegen eines Studienaufenthalts im Ausland waren die anderen nicht zum Festakt gekommen. Der Botschafter der Russischen Föderation Dmitrij Evgenevič Ljubinskij überreichte die Preise. Der Leiter des Russischen Hauses Oleg Jurevič Ksenofontov begrüßte die Gäste und lud im Anschluss an die Feier zu einem Buffet. Valentina Shevergina koordinierte die Feier und die Einladungen an Russischlehrer, Schüler und russischsprachige Kulturschaffende. 

Da Russland 2021 Ehrengast der Wiener Buchmesse ist, waren auch Schriftsteller aus Russland gekommen. Der bekannte russische Autor Evgenij Germanovič Vodolazkin (Евгений Германович Водолазкин) hob die Bedeutung der russischen Sprache für alle hervor - unabhängig von ihrem Stand, ihrem Alter und ihrem kulturellen Hintergrund. Er nahm Bezug auf das 200-Jahr-Jubliäum der Geburt Fjodor Michajlovič Dostoevskijs und seine tiefsinnigen Aussagen, die auch heute Menschen helfen, "mit vielem zurecht zu kommen". Humorvoll nannte er Dostoevskij "unsere Sputnikimpfung", auch wenn sich "viele nicht impfen lassen wollen". Vodolazkin erzählte in Anekdoten über seine Erfahrungen mit Russisch im europäischen Ausland. An die Lehrer gewandt sagte er: "Ich möchte mich bedanken, dass Sie nicht nur Russischkenntnisse vermitteln, sondern das Wissen um alles, was es auf Russisch gibt".

Erich Poyntner, Schriftführer des Verbands, verlas die Grußbotschaften des Kroatischen und des Schweizerischen Russischlehrerverbands. Der Leiter des Tschechischen Verbands war eigens zum Festakt angereist und ließ als begeisterter Sänger einige bekannte russische Lieder erklingen.

In einem Kurzfilm wurden Kommentare von österreichischen Lehrern zu ihrer Sprachwahl präsentiert. Weitere Fotos zeigten das vielfältige Engagement der Lehrer und ihrer Schüler von Reisen und Olympiaden über Seminare und Publikationen bis zur Teilnahme an internationalen Konferenzen. Ein Spezifikum der Russischlehrer in Österreich ist, dass sie die Maturaangaben gemeinschaftlich nach kompetenzorientierten Kriterien vorbereiten. Annemarie Kammerhofer, welche die Lehrer darin fachlich betreut, erzählte, wie sie ihre Liebe russsichen Sprache über die Arbeit mit den Russischlehrern entwickelte.

Fotos: Julia Egger, Russisches Haus Wien




Seite drucken