Moskau am Abend des 10.10.2015
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VI Ассамблея Фонда "Русский мир"


Die sechste Generalversammlung der Stiftung Russkij Mir widmete sich dem Thema "Russische Sprache und russische Geschichte". 

2012 wurde aus dreifachem Grund zum Jahr der russischen Geschichte erklärt: 1150 Jahre Gründung des Rurikidenstaates, 400 Jahre Beendigung der Wirren in Russland nach der polnischen Intervention, 200 Jahre Sieg über die Napoleonischen Truppen. 

Das Ziel der Konferenz war, hunderte Teilnehmer aus Russland und dem Ausland zusammenbringen, um die Verwurzelung der russischen Sprache in verschiedenen Kulturen zu untersuchen und Erfahrungen auszutauschen. Aus über 80 Ländern waren Russischlehrer, Kulturschaffende, Geistliche, Universitätsprofessoren und Journalisten angereist. 

Premier Medvedev begrüßte die Versammlung - das Budget der Stiftung wird aus dem russischen Staatshaushalt gespeist, ähnlich wie das Budget des Goethe-Instituts oder des Instituto Cervantes, nur dass die Stiftung keine Institutionen im Ausland unterhält, sondern einzelne Projekte fördert. Metropolit Ilarion verlas ein Grußwort des Moskauer Patriarchen, der auf den Zusammenhang zwischen der Verbreitung des christlichen Glaubens und der Bildung einer russischen Kulturtradition hinwies. 

In einer Podiumsdiskussion trat die Leiterin des Bundesmigrationsdienstes auf und wies auf die geringen Russischkenntnisse der in den letzten Jahren stark wachsenden Zahl von Immigranten v.a. aus den Staaten der GUS hin. Daraus entstünde ein gravierendes Problem für die russische Gesellschaft, vor allem wenn bei einem guter Teil der Migranten die Motivation und Kräfte zum Erlernen des Russischen fehlten. Eine Umfrage unter jungen Migranten ergab, dass 50% von jungen Einwanderen bereit wären, kostenlose Russischkurse zu besuchen. Es wurden u.a. in Zusammenarbeit mit orthodoxen und muslimischen Organisationen Kurse eingerichtet, in denen Russischlehrer gratis z.B. in Pfarrschulen unterrichten. Die Unkenntnis der Landessprache und der Landesgesetze bringt Migranten in Abhängigkeit und "sklavenähnliche" Verhältnisse, so die Leiterin des Migrationsdienstes. 

Der Leiter von Rossotrudnicestvo Kosacev - der Dachorganisation für die russischen Kulturinstitute - berichtete von der Anfrage Tadschikistans an Russland, 4.000 Russischlehrer nach Tadschikistan zu senden, die Präsidentin der Petersburger Universität Verbickaja bedauerte, dass nicht einmal 50 Personen dafür gefunden wurden.  

Der Dekan der historischen Fakultät der Moskauer Lomonosov-Universität Karpov erinnerte daran, dass Geschichte und Sprache eng verbunden sind.  Er fragte danach, wie die Identität eines Volkes gefestigt und Tradition weitergegeben kann. Er definierte als drei Grundkonstanten der Überlieferung das Wissen über die Literatur, Geschichte des Landes und die Geschichte der Heimatregion. 

In Arbeitsgruppen wurden folgende Themen behandelt: Exilrussen und die Modernisierung Russlands, das Russische in einer multikulturellen Welt, Geschichte in den russischsprachigen Medien und Grant-Programme der Stiftung Russkij Mir.

Die Tagung fand am im Kolonnyj Zal des Gewerkschafthauses in Moskau am 3.11.2012 statt. 




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