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31 Nationen bei der XIV Internationalen Russischolympiade


Am Abend des 26.November 2016 kehrte die elfköpfige österreichische Delegation müde, aber voll positiver Eindrücke aus Moskau zurück. Vorweg gesagt, es gab im Unterschied zu früheren Olympiaden keine Medaillen mehr, sondern bei besonderen Leistungen das Zertifikat Beste Antwort «Лучший oтвет», welches Alexandra Lehner und Gabriel Paulus in der Kategorie Landeskunde erhielten, worauf wir wirklich stolz sein können. 

Auch als Mannschaft fielen wir Österreicher in verschiedener Hinsicht recht positiv auf. Es waren die sehr gute Gemeinschaft, die Offenheit zu anderen Delegationen und auch die intensive Tagesgestaltung, was allgemein bemerkt wurde.

Großer Dank gebührt den Organisatoren von Seiten des Puschkin-Instituts, die eine perfekt geplante Durchführung dieser Olympiade (zu Ablauf, Teilnehmer, Prüfungsanforderungen siehe https://olympiada.pushkininstitute.ru/XIV_olympiada/index.php) vorweisen können. Wir wurden von der Ankunft bis zum Abflug betreut, ständig umschwirrt von jugendlichen Gruppenbetreuerinnen, die schon bei der Abfahrt vom Hotel in der Früh auf uns warteten. Moderne Busse standen für den Transport zur Verfügung, die Fahrer leisteten Großartiges. 

Seit der Ankündigung im Mai war die Olympiade im Internet im Laufen. Die Anmeldung der Olympiade lief heuer erstmals über ein Internetportal, das im nächsten Jahr (ab jetzt wird diese Veranstaltung alljährlich durchgeführt werden) sicherlich besser funktionieren wird.

Programm und Prüfungspläne lagen in Moskau in gedruckter Form auf und wurden ziemlich genau eingehalten. Es war eine große Zahl von Sekretärinnen, Lektorinnen und Lektoren, Professoren, führenden Vertretern des Instituts eingebunden, und obwohl manche Aufgabenstellungen für unsere Teilnehmer unerwartet waren, verliefen die Prüfungsgespräche in angenehmer Atmosphäre.

Untergebracht wurden wir in schönen Zimmern im Hotel Saljut, Leninskij prospekt 158. Das Frühstücksbuffet gab gute Stärkung bis zum Mittag- und Abendessen in der Institutskantine, welche Unglaubliches leistete, weil sie zusätzlich 200 Essen zum Normalbetrieb kochen musste. Für Durstige standen ständig Wasserflaschen bereit.  

Ein besonderes Erlebnis war die Eröffnung der Olympiade im neu renovierten Festsaal des Instituts. Führende Vertreter des Bildungsministeriums und des Instituts waren gekommen, überstrahlt wurden das Ereignis jedoch von einer Person, dem Gründer und Ehrenpräsidenten des Puschkin Instituts, Akademiemitglied Vitalij Grigor'evič Kostomarov  (Jg. 1929!). 

In völliger Frische und mit bewegenden Worten wandte er sich an die jugendlichen Olympioniken, rief zu bedachtsamer Verwendung von Sprache und zur Bewahrung der humanistischen Ideale auf, wozu die russische Sprache bestens geeignet ist. 

Die folgende Präsentation der Nationen dauerte fast drei Stunden, Prof. Dr. Kostomarov wohnte bis zum Ende bei. Die Österreicher schafften unter steirischer Leitung trotz kürzester Probezeit einen ganz passablen Beitrag: Jodler, Statements, I am from Austria (gemeinsam gesungen) und ein Foto mit Vitalij Grigor'evič. 

Dass bei einer so großen Veranstaltung auch Wartezeiten und höhere Gewalten auftreten, ist fast unvermeidlich. Hier waren dann die mitgereisten Gruppenbetreuer gefragt und es gelang manchen von uns, ein zusätzliches Kulturprogramm zu verwirklichen. Drei ausgiebige Stadtspaziergänge, ein in vieler Hinsicht phantastischer abendlicher Zirkusbesuch am Prospekt Vernadskogo, verschiedene kleine aber dringend notwendige Besorgungen, mehr war in den wenigen Tagen nicht mehr zu verwirklichen. 

Die Abschlussveranstaltung im Zentrum (Museum des Vaterländischen Krieges 1812) war wieder eine große Aktion im Beisein vieler Persönlichkeiten und des Fernsehens. Es folgte die Abschiedsparty im Institut. Zahlreiche Kontakte wurden in dieser Woche geknüpft und alle Teilnehmer waren etwas traurig, diese gute Atmosphäre und multinationale Veranstaltung von 31 äußerst verschiedenen Nationen (auffallend viele Rumänen und Italiener; Litauer, Kasachen, Österreicher, aber auch Moldauer, Amerikaner, Letten, Vietnamesen, Slowenen, Tadschiken, Chinesen, Mongolen, Georgier, Slowaken, Montenegriner, Nordkoreaner, Südkoreaner, Aserbaidschaner, Belorussen, Franzosen, Südosseten, Armenier u.v.a.) verlassen zu müssen. 

Die 14. internationale Schüler-Russischolympiade wurde ein einprägsames Erlebnis, welches nicht nur unsere Teilnehmer nie mehr vergessen werden. Als Betreuer der österreichischen Gruppe kann ich nur bestätigen, dass alle unsere Kandidaten verdient und mit großem Einsatz teilgenommen haben, einen wirklich guten Eindruck hinterließen und persönlich, kulturell und besonders sprachlich viel dazulernten. 

Österreich kann bei der Teilnahme an dieser Veranstaltung nur profitieren, wie überhaupt alle derzeit säbelrasselnden Nationen zusehen hätten sollen, wie sich ihre Vertreter in der großen Familie der Russisch Lernenden bestens verstanden. Ehrliche gelebte Völkerverständigung. Dank an die Organisatoren vom Puschkin-Institut, Herrn Botschafter Dmitrij Evgen'evitsch Ljubinskij, den Botschafter der Russischen Föderation in Österreich und das Konsulat für die rasche Abwicklung der Visaformalitäten, den Vorsitzenden des österr. Russischlehrerverbandes VRÖ P. Sebastian Hacker für die viele bürokratische Vorarbeit, an das österreichischen Bildungsministerium (Mag. Hanspeter Huber, Leiter des Bereiches Internationales und Protokoll im Bundesministerium für Bildung, ADir. Christine Kocsis) für die finanzielle Unterstützung, an die vielen Lehrpersonen im Hintergrund und last but not least an die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer für ihren Mut und ihr Engagement im Rahmen dieser nicht alltäglichen Veranstaltung. Spasibo vsem!                       

27.11.2016                                                                             

OStR. Mag.Walter Bunzenberger, BG Laa/Thaya, Begleiter der Schülergruppe in Moskau

Bericht der Teilnehmer

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