Jugendliche erleben Russland
17 Jugendliche und 10 Erwachsene bereisten Moskau und St. Petersburg von 19.-26. Juli 2025. Sie lernen Russisch an österreichischen Gymnasien. Einige von ihnen haben an den Sprachwettbewerben für Russisch teilgenommen.
Die Reiseroute führte am ersten Tag mit dem Flugzeug über Riga und Tallin und im Autobus die Ostseeküste entlang mit Abendessen in einem Strandhotel nach Narva. Dort übernachtete die Gruppe, um sich um 7 Uhr in der Früh an der EU-Außengrenze anzustellen. Nach 5-stündigem Warten und einer strengen und ausführlichen Kontrolle der Grenzbeamten der Europäischen Union überquerten die Reisenden rasch die russische Grenze. Auf der russischen Seite stand ein Autobus bereit, der sie nach St. Petersburg brachte. Dort ließen sie ihr Gepäck im Kloster der Franziskaner stehen und spazierten durch die Innenstadt, während ein Teil der Gruppe die Sonntagsmesse auf Russisch in der Kirche der Dominikaner auf dem Nevskij-Prospekt, der Hauptstraße der Stadt, besuchten. Dort trafen sich alle bei der Kazanerkirche, um mit der bewährten Fremdenführerin und Kunstvermittlerin Anna Lobacheva im Autobus die Stadt zu erkunden. Der Bus brachte zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten wie der Isaakskirche und der Peter-Paul-Festung und zum Kloster, wo sie ihr Gepäck mitnahmen, und schließlich zum Moskovskij Vokzal, von wo sie mit dem Nachtzug nach Moskau fuhren. Für die Fahrt werden die Ausweise kontrolliert, so dass nur registrierte Personen den Zug betreten können.
In Moskau begab sich die Gruppe für eine kurze Erfrischung in ihr Quartier im Pilgerhaus Дом паломника des katholischen Erzbischofs auf dem Gelände der Kathedrale in der Nähe des Зоопарк. Von dort aus begannen alle Exkursionen für den Großteil der Gruppe. Fünf Schüler übernachteten bei russischen Familien im südwestlichen Bezirk Ramenki. Einige von ihnen hatten im Rahmen eines von Lehrern privat organisierten Schüleraustausches im Februar 2025 Moskauer Schüler bei sich beherbergt.
Die wichtigste Kathedrale der Russischen Orthodoxen Kirche, die im Jahr 2000 nach der stalinistischen Sprengung wiedererrichtet worden war, konnten die Reisenden zuerste besichtigen. In der Mensa der Christus-Erlöser-Kathedrale nahmen sie ihr Mittagessen ein und gingen weiter zum nahegelegenen Kreml, wo man sie schon in der Diamanten-Schatzkammer zu einer Führung erwartete. Sie spazierten daraufhin durch den Alexandergarten an der Gedächtnisstätte der “Heldenstädte” des Zweiten Weltkriegs vorbei zum Roten Platz. Im GUM, dem Staatlichen Kaufhaus aus der zweiten Hälfte des 19. Jh., aßen einige in der "Cтоловая" zu Abend, andere nützten die Zeit für einen Spaziergang, weil am Abend der Besuch des Balletts Dornröschen von Tschajkovksij im Akademischen Jugendtheater gleich neben dem Bolschoj Teatr auf dem Programm stand.
Der nächste Tag führte die Reisenden nach Sergiev Posad, 50 km nördlich von Moskau, wo sich seit dem 14. Jh. das Dreifaltigkeitskloster des Hl. Sergius befindet. Dort führte sie ein Mönch durch die Kirchen und auf den Glockenturm, wo die Schüler den 6 Tonnen schweren Klöppel der größten Glocke Russlands mit 72 Tonnen schwingen - aber nicht anschlagen - durften. In der Hochschule des größten Klosters der Russischen Orthodoxen Kirche aßen sie das Mittagessen und konnten in den Ikonen- und Matroschkaläden Souvenire erwerben. Ein Bus brachte sie zu einem 20 m hohen Wasserfall Гремячий ключ, etwa 30 min vom Kloster entfernt, wo sich der Hl. Sergius aufgehalten hatte. Dort nützten die meisten von ihnen die Gelegenheit, in dem 8 Grad kalten Wasser der gesegneten Quelle mehrmals mit dem ganzen Körper unterzutauchen, so wie es der orthodoxen Tradition entspricht. Erfrischt begaben sie sich mit dem Bus nach Moskau, wo auf die Erwachsenen ein Abendessen in einem Restaurant gemeinsam mit den Eltern der Moskauer Schüler wartete, deren Kinder im Februar in Wien gewesen waren. Sie hatten nun einige der Schüler aus Österreich in ihren Familien aufgenommen. Die Schüler wurden durch die Schule 1434 geführt und trafen sich mit Moskauer Schülern, mit denen sie den Abend verbrachten.
Für den darauffolgenden Tag war ein dichtes Programm angesagt. Nach der Führung durch Kolomenskoe, der Zarenresidenz des 17. Jh. auf einer Anhöhe am Ufer des Moskauflusses, nahmen die Schüler an einer Aufführung einer traditionellen russischen Hochzeit in einem Blockhaus teil. Sie verkleideten sich und wurden von Sängern und Schauspielern in die Bräuche einer Hochzeitsgesellschaft des Alten Russlands eingeführt. Bei den Kiosken des ausdehnten Parks um das Freilichtmuseum aßen sie zu Mittag. Dann fuhren sie mit der Metro zur Österreichischen Botschaft in der Nähe der Erlöserkathedrale im Zentrum der Stadt, um die diplomatische Vertretung der eigenen Heimat kennen zu lernen. Die Energie der Jugendlichen und Erwachsenen schien unerschöpflich, als sie sich danach noch zu einer ausführlichen Führung druch die Tretjakov-Galerie mit russischer Kunst von über 900 Jahren Geschichte aufmachten. Der Abend war für alle frei zu Spaziergängen durch die Stadt Moskau, während sich die Lehrer der Gruppe mit Vertretern der Universität Smolensk trafen, die ihnen die Broschüren für das gemeinsame Landeskundeprojekt rusmirnavigator.smolgu.ru zur Verteilung an österreichische Schulen übergaben. Der Nachtzug vom Leningrader Bahnhof brachte die Gruppe wieder nach St. Petersburg, wobei der Speisewagen eine gute Atmosphäre für den 18. Geburtstag eines Mädchens bot.
Im "Venedig des Nordens" wartete Anna Lobacheva im Bus auf die Gruppe, brachte alle zur Erfrischung in das Franziskanerkloster und danach zum Katharinenpalast in Carskoe Selo bzw. Puschkin. Der Kaiserpalast mit dem wiedererrichteten Bernsteinzimmer und der weitläufige Park im strahlenden Sonnenschein machten einen großen Eindruck. Am Ufer des breiten Parksees fanden die Reisenden abseits der Besucherströme Ruhe zum Mittagessenm und machten sich gestärkt zur einer Schifffahrt auf den Kanälen und dem Hauptfluss Neva auf. Für sie war ein eigenes Boot gemietet, auf dem Anna in fließendem Deutsch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten humorvoll und eindrucksvoll erklärte. Die Kräfte waren schon fast zur Gänze aufgebraucht, als anschließend der Besuch des Juweliermuseums Fabergé auf dem Programm stand. Aber der freie Abend weckte den Entdeckergeist in Jugendlichen und Erwachsenen, so dass sie sich selbstständig die Stadt erschlossen.
Der letzte Tag in Russland war nach der Übernachtung im bescheidenen, aber gepflegten Franziskanerkloster der reichsten Sammlung westeuropäischer Kunst in Russland, der Eremitage gewidmet. Dort führte Anna gekonnt zu den bedeutendsten Kunstwerken, welche die Zaren in Europa erworben hatten, und durch die Thron- und Prunksäle des Winterpalastes an der Neva.
Um 16 Uhr brach die Reisegruppe voll von Eindrücken mit dem Bus zur Grenze auf, die zweieinhalb Stunden entfernt war, um sie innerhalb von nur dreißig Minuten zu überqueren. Nach einem raschen Abendessen im Einkaufszentrum und einem Spaziergang auf der Promenade des abendlichen Narvaflusses übernachteten die müden Reisenden im Hotel und brachen in Früh nach Tallin auf. Dort erwartete sie eine Mitarbeiterin des Malteserordens und zeigte ihnen die Schule, wo sie unterrichtete und wo die Gruppe auf ein gutes Mittagessen eingeladen war. Der Flug führte sie von Tallinn über Helsinki ins heimatliche Österreich.
Am 11.9. präsentieren die Reisenden ihre Eindrücke im Russischen Kulturinstitut. Die Reise konnte aufgrund der Unterstützung vieler stattfinden. besonders das Russische Kulturinstitut in Wien, die Russische Gesellschaft für die Freundschaft mit Österreich in Moskau und der Orden der Malteser in Estland.
Kurzfilme
Piroggen, Fruchtsäfte und Suppen
МОСКВА, 23 июл – РИА Новости. Русский язык привлекает людей с характером, для которых на первом месте культура, история и люди, а не политика, рассказал в беседе с РИА Новости учитель и руководитель Австрийской ассоциации русского языка и литературы Себастиан Хакер.
"Те люди, которые из-за моды выбирали русский язык в начале 2000-х годов, сейчас его не выбирают. Но те, кто хочет узнать страну, они выбирают. И я заметил, что люди, которые выбирают русский язык, это люди с характером", - рассказал он в ходе визита в Москву.
Как отметил Хакер, те, кто едут с ним в Россию в рамках школьных обменов, знают, что получат уникальный опыт, эмоции и впечатления. При этом он подчеркнул, что уже в 37-й раз посещает Москву с группой, в которую входят учащиеся различных австрийских школ, а также выпускники и члены их семей. Он также отдельно выделил, что организации поездки способствовали посольства России и Австрии .
"Эта молодежь, уникальная молодежь, потому что они во время каникул едут с учителем из другой школы. И у них такая плотная культурная программа... Они интересуются Россией, а значит культурой, историей и людьми. Политика на втором плане. Это истинный интерес к культуре, к жизни людей", - отметил Хакер.
По словам учителя, подобные школьные обмены – пример народной дипломатии, поскольку дома их участники делятся своими позитивными впечатлениями с друзьями и родными.
"Сейчас работает народная дипломатия. И это меня очень радует, потому что привлекаются и семьи: это не только дети, это их семьи, их родственники, их друзья. Потому что дети делятся фотографиями, они рассказывают, как было в Вене или как было в Москве", - отметил он.
© РИА Новости
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