Startseite » Neuigkeiten » 

Ein Baum mit Wurzeln – oder Reform mit der Axt?


Der Bildungsminister will den Unterricht lebender Fremdsprachen kürzen. Denn dort, wo Latein in der Oberstufe alternativ angeboten wird, werden mit der antiken auch die lebenden Fremdsprachen eingeschränkt werden. 

Das Maturaniveau für die zweite lebende Fremdsprache in Österreich ist B1, laut Definition des Europarates erforderlich, um im eigenen Berufsfeld kommunizieren zu können. Zugrunde liegt die Vision, dass Fachkräfte in ganz Europa tätig sein können. 

Das nötige Stundenmaß für B1 beträgt 3 Stunden pro Woche. Mit weniger Stunden wird die B1-Matura unmöglich. Österreich hat wenig Rohstoffe, aber kluge Köpfe, die fähig sind, ihre Ideen in mehreren Sprachen zu kommunizieren. Das kann durch KI ergänzt, vereinfacht, aber nicht ersetzt werden. 

Wie soll ein Geschäftsmann, Jurist, Mediziner, Priester, Techniker die Kultur des Gegenübers verstehen, wenn er sich auf Grammatik und Vokabel beschränkt? Landes- und Kulturkunde werden durch Projektunterricht, Schüleraustausch und Sprachreisen vermitteln - schon jetzt innerhalb von drei Wochenstunden zu knapp angesetzt. Ähnliches gilt für Latein, das Trainingsfeld für Logik und Sprachbeherrschung. 

Heuer feiert die „Schrödingerformel“ ihren 100. Geburtstag, deren Entdecker altphilologisch gebildet und Kenner der antiken Philosophie war. Erst heuer wurde der Lehrplan für lebende und antike Sprachen modernisiert, jetzt soll er in eineinhalb Monaten neu erstellt werden. Welcher Baum wächst gesund, wenn man mit der Axt auf seine Wurzeln einschlägt? 

Unterschriftenaktionen

Offener Brief für die zweite lebende Fremdsprache (mit genauer Begründung)

Petition für den Erhalt der zweiten lebenden Fremdsprache

Petition für den Fortbestand des Lateinangebots

Seite drucken